PV-Freiflächenanlagen sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende in Deutschland. Leider wird es Betreibern im Moment nicht einfach gemacht: Niedrige Ausschreibungsergebnisse und negative Strompreise, die bei neuen Anlagen nicht von der EEG-Förderung aufgefangen werden, führen dazu, dass sich Anlagenbetreiber nach Alternativen umschauen. Die es auch gibt! Mit der neusten EEG-Novelle ist eine weitere Option hinzugekommen: Direktleitungen, auch über längere Distanzen.
Was ist eine Direktleitung?
Laut § 3 Nr. 12 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) ist eine Direktleitung eine Leitung, die
- einen einzelnen Produktionsstandort mit einem einzelnen Kunden verbindet, oder
- einen Elektrizitätserzeuger und ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen zum Zwecke der direkten Versorgung mit ihrer eigenen Betriebsstätte, Tochterunternehmen oder Kunden verbindet.
Im Kern beschreibt der Begriff eine unmittelbare physikalische Verbindung zwischen Erzeugung und Verbrauch, also ein Kabel. Die Leitung kann direkt von einer PV-Freiflächenanlage zu einem Abnehmer führen, ohne das öffentliche Stromnetz zu nutzen.
Wichtig dabei: Der Kunde muss den gelieferten Strom am angeschlossenen Standort tatsächlich selbst verbrauchen. Eine Weiterleitung an Dritte vor Ort ist nicht vorgesehen.
Quotenregelung ist keine Hürde mehr
Direktleitungen existieren als Konzept schon lange. In der Praxis scheiterten viele Projekte jedoch an einer bürokratischen Hürde: der sogenannten Quotenregelung.
Demnach sollten Anlagenbetreiber die Menge an gelieferten Strom vorhersagen und diese Menge genau einhalten.
Mit der jüngsten EEG-Novelle dürfen Anlagenbetreiber den erzeugten Strom auf verschiedene Veräußerungsformen aufteilen, ohne jederzeit bestimmte Prozentsätze einhalten zu müssen. Die genaue Aufteilung darf schwanken – ganz so, wie es die Sonne und der Verbrauch des Kunden vorgeben.
Was sind die Vorteile einer Direktleitung?
Vorteile für Anlagenbetreiber
Über eine Direktleitung vereinbaren Anlagenbetreiber mit Ihrem Abnehmer einen festen Strompreis, der sowohl wirtschaftlich für Anlagenbetreiber als auch den Abnehmer ist. Das schafft Planungssicherheit, vor allem bei neueren Anlagen, die bei negativen Stromkosten keine EEG-Vergütung erhalten.
Zusätzlich sind Betreiber nicht von den Unsicherheiten rund um das Thema „Kundenanlage“ betroffen.
Vorteile für Verbraucher
Da die Stromlieferung nicht über das öffentliche Netz läuft, entfallen die Netzentgelte. Das kann den Strompreis für den Abnehmer kurz- und langfristig deutlich senken.
Da Direktleitungsverträge meist über einen längeren Zeitraum, etwas 10 Jahre geschlossen werden, können Unternehmen mit einem festen Strompreis rechnen.
Der Abnehmer bezieht nachweislich erneuerbaren Strom aus einer lokalen Anlage und kann dafür Herkunftsnachweise erhalten.
Wann ist eine Direktleitung wirtschaftlich?
Ob sich eine Direktleitung für Ihre PV-Freiflächenanlage lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Je kürzer die Leitung, desto geringer die Baukosten. Ideal sind Abnehmer in unmittelbarer Nähe der PV-Anlage.
- Als Daumenregel kann man sagen, dass eine Direktleitung attraktiv ist, wenn gilt: Spezifischer Zusatzerlös (ct/kWh) x per Direktleitung absetzbare Menge > Kosten Direktleitung.
Bei angenommenen 15 ct/kWh Erlös gegenüber 5 ct/kWh für Netzeinspeisung ergibt sich ein Zusatzerlös von 10 ct/kWh. Für eine beispielhafte 1 MW-PV-Anlage, deren Erzeugung von 1.000 MWh/a vollständig über eine Direktleitung abgesetzt werden kann, würden sich somit Zusatzerlöse von 100.000 €/a bzw. 2 Mio. € über 20 Jahre ergeben. Auch wenn nur ein Teil der PV-Erzeugung per Direktleitung geliefert und der verbleibende Überschuss ins Netz eingespeist wird, können sich wirtschaftlich lukrative Potenziale ergeben. - Langfristige Abnahmeverträge erhöhen die Investitionssicherheit für den Leitungsbau.
Spezialisierte Unternehmen wie node.energy bieten eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse an, mit deren Hilfe Anlagenbetreiber ermitteln können, ob und in welchem Umfang sich eine Direktleitung für sie rentiert.
Welche langfristigen Aufgaben entstehen für Betreiber?
Eine Direktleitung ist kein einmaliges Projekt. Nach der Inbetriebnahme fallen laufende Aufgaben an:
Stromabrechnung
Der gelieferte Strom muss korrekt abgerechnet werden. Das umfasst die Erfassung der gelieferten Mengen, die Zuordnung zur Direktleitung und die Rechnungsstellung. Die Abrechnung sollte den energierechtlichen Vorgaben entsprechen.
Herkunftsnachweise
Für den über die Direktleitung gelieferten Grünstrom können Herkunftsnachweise (HKN) ausgestellt werden. Diese dokumentieren die erneuerbare Eigenschaft des Stroms und sind für viele Abnehmer ein wichtiger Bestandteil des Liefervertrags. Die Ausstellung und Verwaltung der Herkunftsnachweise muss zuverlässig organisiert werden.
Integrieren Sie Ihr Direktleitungsprojekt in opti.node
Mit opti.node können Sie flexibel entscheiden, ob Sie Ihren Strom voll einspeisen oder an einen Verbraucher verkaufen möchte. Dank dem umfassenden Erlösmonitoring sehen Sie jederzeit, ob Sie Ihre Erlöse optimieren sollten, zum Beispiel mit einer Direktleitung.
Haben Sie sich dazu entscheiden, können Sie zusätzliche Funktionen der Software freischalten um automatisch Rechnungen für Ihre Verbraucher zu erstellen. Und auch das Thema Herkunftsnachweise ist kein Problem: Die Ausstellung und Verwaltung läuft direkt über die opti.node-Plattform.
Sie planen ein Direktleitungsprojekt oder möchten wissen, ob sich eine Direktleitung für Ihre PV-Freiflächenanlage lohnt? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne.















